Intentionen

Die Leidenschaft zur Fliegerei begann in meinem 10. Lebensjahr mit einem kleinen Modellsegelflugzeug,
aus einfachen Balsabrettchen zusammengeleimt.

Noch heute, nach über 40 Jahren, erinnere ich mich an die Flüge dieses einfachen Modells in einem Düsseldorfer Park.
Ab diesem Zeitpunkt mussten dann meine Lehrer und Eltern die Erfahrung machen, dass ein Modellflieger
weder für Latein noch für griechische Mythologie zu begeistern ist.
Physik, Chemie und Biologie waren da schon eher Dinge von Interesse.
Aber viele Lehrer eines altehrwürdigen Gymnasiums in Neuss wollten doch eher ihre eigenen Interessengebiete als
das Nonplusultra vermitteln als die naturwissenschaftlichen Talente eines Quartaners fördern.
(not scolam, sed vitam discimus ;-))

Nach meiner Lehre als Radio & Fernsehtechniker wurde dann ein Teil des ersten "eigenen Geldes" in Modellflugzeuge samt
Fernsteuerung investiert und so wuchsen die Flugzeuge und die Erfahrungen mit deren Umgang.
Den nächsten Schritt näher zur Großfliegerei erleichterte mir dann die Bundesluftwaffe.
Der damalige Verteidigungsminister erkannte messerscharf, dass ein Starfighter ohne die Hilfe eines
Navigationselektronikers nicht besonders gut flog. Und so sank die Unfallrate dieses herrlichen Flugzeuges
schon während meiner Dienstzeit in Nörvenich ganz drastisch.
Nach meiner Dienstzeit wurde die "104" dann leider ausgemustert.  

Im Jahre 1982 begann dann in Korbach (Hessen) die Ausbildung zum Privatpiloten mit dem Beiblatt B
(Musterberechtigung) für Motorsegler.
Nach kurzer Zeit wurde die Lizenz auf Motorflugzeuge aufgestockt, was nicht heißen soll, dass die Motorseglerfliegei
weniger wertvoll ist  - ganz im Gegenteil -  Die schönsten Flüge habe ich mit meinem Lieblingsmotorsegler
Grob G-109 b des "Aeroclub 77" in Mönchengladbach unternommen.   

Mit der Zahl der Flugstunden wuchs die Begeisterung und der Wunsch, die dabei erlebten Eindrücke an andere Mitmenschen
weitergeben zu dürfen.

Die erworbenen Lehrberechtigungen für Motorsegler und Motorflugzeuge machten diesen Wunsch dann wahr.
Dabei ist es mir ein wesentliches Anliegen, bei der Ausbildung nicht nur die fliegerischen Fähigkeiten zu vermitteln,
sondern die Sinne für ein intensives Erleben  des Abenteuers "Menschenflug" zu schärfen.

Ich würde ungern Pilotinnen und Piloten ausbilden, die das Fliegen nur als schnelles, sicheres Mittel zur Fortbewegung oder
etwa als Statussymbol ansehen, sondern eher jene,  die sich von der Faszination des Fliegens begeistern lassen und
verantwortungsvoll die neu hinzugekommene  Dimension erfahren (erfliegen) wollen.

Friedel, mein bester Fluglehrer hat mir damals folgenden Tipp mit auf den Weg gegeben:
"Wenn du dich mit einem Schüler ins Flugzeug setzten willst, vergiss nicht, vorher bei ihm die Glückshormone freizusetzen."
Es klappt nicht immer und manchmal vergesse ich es auch, aber das sind dann auch die weniger effektiven Unterrichtsstunden.

(sollte sich jeder Lehrer, Ausbilder und Vorgesetzter merken, hat was mit intrinsischer Motivation zu tun und ist das, was heute in fast
allen Schulen und Betrieben fehlt)